Allgemeine Informationen

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Eine schwierige Entscheidung: Wohnungskatze oder FreigÀnger?

 

Wohnungskatze oder FreigĂ€ngerWenn Sie eine Katze bei sich aufnehmen möchten, stehen sie vermutlich vor der Frage, ob es in Ordnung ist, eine Katze ausschließlich in der Wohnung zu halten. Dieses Thema wird auch unter Katzenhaltern, ZĂŒchtern und TierĂ€rzten rege diskutiert. In jedem Fall ist es ratsam, stets die individuelle Situation genauer zu betrachten, damit Sie in Ihrem Fall die bestmögliche Entscheidung fĂŒr Ihren Liebling treffen können.

 

Was spricht fĂŒr den Auslauf, was dagegen?

Wenn Sie in unmittelbarer Umgebung von GĂ€rten, GrĂŒnanlagen oder sogar Feldern leben, bietet es sich an, der Katze diesen Freiraum auch zu gewĂ€hren. Alle Instinkte, Triebe und Verhaltensweisen von Katzen sind auf ein Leben in einem weitlĂ€ufigen Gebiet ausgelegt. Jede Mieze hat nicht nur einen natĂŒrlichen Jagdtrieb, sondern auch ein angeborenes Revier- und Sozialverhalten. Eine rundum katzengerechte Lebensweise umfasst somit auch den regelmĂ€ĂŸigen Ausgang. Allerdings lauern in der menschlichen Welt einige Gefahren, auf die eine Katze trotz ihrer natĂŒrlichen Instinkte nicht eingestellt ist. Zwar vermeiden die meisten Katzen den Autoverkehr, doch sie können die Geschwindigkeit eines fahrenden Autos natĂŒrlich nicht richtig einschĂ€tzen. Daneben stellen jedoch auch Pflanzenschutzmittel, die sich in MĂ€usekörpern anreichern können, Rattengifte, Hunde oder TierfĂ€nger eine Gefahr fĂŒr die sozialen Beutegreifer dar. Sofern Sie es jedoch fĂŒr einigermaßen vertretbar halten, Ihrem Liebling den beliebigen Ein- und Ausgang zu gewĂ€hren, wird Ihre Katze es Ihnen danken, wenn Sie diesem Wunsch nachkommen.

 

Wie Sie FreigĂ€nger schĂŒtzen können

Sofern Sie Ihrer Katze den Freigang ermöglich möchten, aber befĂŒrchten, dass sie von TierfĂ€ngern abgefangen werden könnte, ist es ratsam, gewisse Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen. So empfiehlt es sich, frei laufenden Katzen eine registrierte Nummer ins Ohr tĂ€towieren, oder, um noch mehr Sicherheit zu haben, einen Mikrochip einsetzen zu lassen. Ist Ihr SchĂŒtzling in einem zentralen Register erfasst, lĂ€sst er sich nicht nur leichter aufspĂŒren, sondern wird auch fĂŒr TierhĂ€ndler uninteressant, da sie registrierte Tiere nicht verkaufen können. DarĂŒber hinaus sind Impfungen gegen Infektionskrankheiten sowie regelmĂ€ĂŸige Kontrollen auf Wurmbefall oder andere Parasiten bei FreigĂ€ngern besonders wichtig.

 

Das Leben als Wohnungskatze

Auch wenn es durchaus gute GrĂŒnde gibt, eine Katze nicht im Freien herumlaufen zu lassen, liegt die Entscheidung, welche Haltungsart am besten fĂŒr Ihre Mieze geeignet ist, letzten Endes bei Ihnen. NatĂŒrlich wird es die LebensqualitĂ€t Ihres Stubentigers enorm steigern, wenn Sie sich in der Wohnung um einen möglichst artgerechten Lebensraum bemĂŒhen. Jede Wohnungskatze benötigt neben einer katzenfreundlichen Wohnungseinrichtung eine angemessene RĂŒckzugsmöglichkeit sowie die Anregung zu körperlicher AktivitĂ€t. Wenn Ihre Katze von klein auf nur die Wohnungshaltung kennt, wird sie in einem katzenfreundlichen Lebensraum nichts vermissen. Kann eine Katze ihre natĂŒrlichen BedĂŒrfnisse nicht ausleben, kann es allerdings zu Verhaltensstörungen kommen. Bedenken Sie auch, dass sich eine Katze, einmal frei laufen durfte, nicht ohne Weiteres in das Leben als reine Wohnungskatze einfĂŒgen wird.

Die Entstehung der vielfÀltigen Rassekatzen

RassekatzenWĂ€hrend die Katze im alten Ägypten vergöttert wurde, betrachtete man sie im Mittelalter als Hexentier und verachtete sie. Im BĂŒrgertum des Barock wiederum war sie ein Streicheltier fĂŒr die Damen oder Zierde fĂŒr den Salon. Viele wohlhabenden Menschen wollten jedoch etwas Nobles, etwa eine Langhaarkatze aus Persien, die in Europa bereits im 17. Jahrhundert in Europa bekannt wurde. Hier erfahren Sie, wie die Allerweltskatze zur Rassekatze wurde.


Von der Allerweltskatze zum reinrassigen Stubentiger

ZunĂ€chst war England die Zuchthochburg fĂŒr Katzen, doch die systematische Katzenzucht, wie sie in der heutigen Zeit betrieben wird, gibt es erst seit etwa 150 Jahren. 1871 konnten die Menschen auf Rassekatzenausstellungen bereits die edlen Siamesen bestaunen, und es dauerte nicht lange, bis sich verschiedene ZĂŒchter und Katzenliebhaber zu Clubs und Vereinen zusammenschlossen. FĂŒr jede anerkannte neue Rasse wurden bestimmte Rasse-Merkmale erarbeitet – daran hat sich bis heute nichts geĂ€ndert. In diesen Standards ist beispielsweise festgelegt, wie die Statur, die FellfĂ€rbung, die Augenfarbe oder die Kopfform der jeweiligen Rasse auszusehen haben, und nur 'makellose' Katzen werden anerkannt, bekommen einen Stammbaum und werden zur Zucht zugelassen. Wer gerne eine reine Rassekatze, aber nicht unbedingt etwas „Exotisches“ möchte, ist mit der EuropĂ€isch Kurzhaar gut beraten: Bei ihr handelt es sich zwar um eine anerkannte Rassekatze, doch sie sieht wie eine ganz normale Hauskatze aus, die es in allen denkbaren Farben und Zeichnungen gibt - noch dazu ist sie pflegeleicht und besonders anpassungsfĂ€hig. Neben ihr gibt es natĂŒrlich noch andere beliebte Rassekatzen.


Weit verbreitete Rassekatzen

 

Britisch KurzhaarDie Britisch Kurzhaar kann als Hauskatze gehalten werden und ist am besten fĂŒr Familien mit grĂ¶ĂŸeren Kindern geeignet, doch sie fĂŒhlt sich auch bei Menschen wohl, die sich eine eher ruhige, aber dennoch anhĂ€ngliche Katze wĂŒnschen. Sie hat kurzes, dichtes Fell in den unterschiedlichsten FarbschlĂ€gen – von Schwarz ĂŒber Grau bis hin zu Dunkelbraun, Beige und Weiß ist alles dabei. Die Britisch Kurzhaar hat einen kompakten Körper auf stĂ€mmigen Beinen und kleine, weit auseinander stehende Ohren, große, runde Augen sowie einen krĂ€ftigen Schwanz. Erwachsene Kater sind deutlich grĂ¶ĂŸer als KĂ€tzinnen.


Birma Katze


 

Die Birma hat einen kompakten Körper, stĂ€mmige Beine, weit auseinander stehende Ohren, blaue Augen und einen buschigen Schwanz. Ihr halblanges Fell ist seidig weich und sie kann unterschiedliche FarbschlĂ€ge aufweisen, doch hat immer weiße Pfoten und dunkle Abzeichen im Gesicht, an den Ohren, am Schwanz und an den Beinen. Die Birma kann aufgrund ihres geringen Bewegungsdrangs gut als Hauskatze gehalten werden. Sie ist sanft, verspielt und gut mit anderen Katzen vertrĂ€glich.

Perser Katze

 

 

Perser zeichnen sich vor allem durch ihren breiten Kopf, kleine Ohren, eine kurze Nase, große runde Augen und einen buschigen Schwanz aus. Sie haben langes, dichtes Fell in vielerlei FĂ€rbungen, sind ruhig und ausgeglichen, aber auch verspielt. Sie eignen sich vor allem fĂŒr Menschen, die ein ruhiges Wesen an Katzen schĂ€tzen und viel Zeit fĂŒr die Pflege aufbringen können. Ein Perser kann als Hauskatze gehalten werden, geht jedoch auch gerne nach draußen.

 

KarthÀuser Katze

 

 

KartĂ€user sind durch einen muskulösen Rumpf, krĂ€ftige Beine, einen breiten Kopf und kupferfarbene Augen gekennzeichnet. Unter ihrem kurzen, sehr dichten und pflegebedĂŒrftigen Fell in Blaugrau oder anderen Grautönen haben sie viel Unterwolle. Aufgrund ihres bedĂ€chtigen Wesens und des relativ geringen Bewegungsdrangs sind KartĂ€user gute Wohnungskatzen und eignen sich fĂŒr Katzenhalter, die sich viel mit ihrer Katze beschĂ€ftigen wollen.

Körper und Sinne der Katzen und ihre Besonderheiten

 

Der Körperbau der Katze und seine Besonderheiten

Katzen fallen immer auf die FĂŒĂŸeKatzen faszinieren mit ihren elegant-leichtfĂŒĂŸigen Bewegungen, ihrer Geschmeidigkeit und ob der unglaublich beweglichen WirbelsĂ€ule. KĂ€tzinnen sind rund einen halben Meter lang und wiegen etwa vier Kilogramm. Kater hingegen sind etwas schwerer und grĂ¶ĂŸer. Bei beiden betrĂ€gt die Schulterhöhe um die 35 Zentimeter.

Ihr Körperbau ist optimal an die Lebensbedingungen angepasst. Hauskatzen sind zwar JĂ€ger, jagen ihre Beute aber ganz anders als etwa Großkatzen oder Hunde. Sie hetzen ihre Beute nicht ĂŒber lĂ€ngere Strecken, sondern schleichen sich lautlos an. Ihre Ohren mit den Schalltrichtern machen sie zu aufmerksamen JĂ€gern. Katzen brauchen keine großen AusdauerfĂ€higkeiten, sondern der letzte Sprung muss sitzen. Darauf ist der Bau der LĂ€ufe ausgerichtet, die hohe Schnellkraft entwickeln mĂŒssen.

Ein Hieb mit der Katzenpranke und ihren dann ausgefahrenen, sichelartig zuschlagenden Krallen ist selbst fĂŒr Menschen schmerzhaft. Beim Laufen sind die Krallen jedoch eingezogen, was durch elastische BĂ€nder möglich ist. Sie sind dann in Hauttaschen untergebracht. Setzt der Stubentiger jedoch zur Attacke an, schnellen die Krallen muskelgesteuert heraus. Hauskatzen bewegen sich als ZehengĂ€nger lautlos auf den weich gepolsterten Zehen und Ballen.

Das Katzengebiss ist auf das Erbeuten von Nahrung ausgelegt. Mit kleinen SchneidezÀhnen, krÀftigen BackenzÀhnen, mit denen abgebissen wird und den FangzÀhnen, mit denen die Beute gefasst und getötet wird. Die Feinarbeit wird mit der rauen Zunge erledigt, mit denen die Katze das Fleisch vom Knochen rubbelt wie mit einer Feile. Die Zunge dient gleichzeitig auch zur Fellpflege.

Katzen fallen auf die PfotenFallen Katzen immer auf die Pfoten?

Die Anatomie der Hauskatzen ist auf den schnellen Beutesprung und die prĂ€zise Landung spezialisiert. Daher ist der gesamte StĂŒtzapparat von der WirbelsĂ€ule bis zum Sprunggelenk besonders flexibel und lĂ€sst das Tier auch SprĂŒnge aus grĂ¶ĂŸeren Höhen unverletzt ĂŒberstehen. Vor allem im RĂŒckenbereich und in den Pfoten ist der Muskelapparat stark ausgeprĂ€gt. Der Schwanz ist ein wichtiges Element zum Steuern und zur Balance.

Das ist die Voraussetzung dafĂŒr, dass Katzen bei einem freien Fall immer auf den Pfoten landen. Die Fallhöhe sollte jedoch weder zu niedrig noch zu hoch sein. Durch einen Reflex schaffen sie es in Sekundenbruchteilen, erst den Vorderkörper und dann den hinteren Teil des Körpers zum Boden auszurichten. DafĂŒr ziehen sie die Hinterbeine an und der Schwanz dreht als Ruder den ganzen hinteren Körper. Dann macht sich Mieze mit einem Katzenbuckel bereit zum Abfedern und streckt die Beine nach unten aus. So landet die Katze auf allen Vieren und verletzt sich nur dann, wenn die Fallhöhe zu groß ist, um den Aufprall abzufedern, oder zu klein, um die Drehung zu vollenden. Mieze beherrscht diese FĂ€higkeit schon ab dem 39. Lebenstag.

 

 

Die Sinnesorgane der Katzen

Millionen Katzen leben in unseren Haushalten und wir sehen sie gern so, als ob sie ihre Umwelt mit den gleichen Sinnen ganz Àhnlich wahrnehmen wie wir. Katzen haben aber im Vergleich zu uns Menschen an ganz andere Lebensbedingungen angepasste Sinnesorgane.

 

Der Tastsinn der Katzen

Katzen haben einen sehr ausgeprĂ€gten Tastsinn. Die Schnurrhaare (Vibrissen) an der Schnauze, die ein bisschen wie lange Barthaare aussehen, helfen Katzen BreitenverhĂ€ltnisse richtig einzuschĂ€tzen: Passen die Schnurrhaare durch eine enge Stelle, passt auch die ganze Katze hindurch. Sie helfen den Stubentigern vor allem dabei, sich bei Dunkelheit zu orientieren. Dazu verfĂŒgen Katzen auch ĂŒber sehr sensible Tastrezeptoren in Form von Tasthaaren ĂŒber den Augen. Auch an den Vorderbeinen und Pfoten finden sich Tasthaare, die Katzen kleinste ErschĂŒtterungen wahrnehmen lassen. Auch die Richtung, aus der die Vibrationen kommen, wird von der Katze so zuverlĂ€ssig geortet. Mit diesen Tastorganen sind Katzen wie mit einem Radar ausgestattet und finden Beutetiere auch völlig ohne Sicht.

 

Die Augen der Katze – Sehen wie ein Luchs

Katze AugenDas Katzen fĂŒr viele Tierliebhaber so attraktiv macht sind die großen Augen dieser Tiere. Sie haben aber nicht nur eine besondere Ausstrahlung, sondern sind auch hoch entwickelt und perfekt auf das Leben einer Katze als DĂ€mmerungsjĂ€ger zugeschnitten. Dabei ermöglichen die Augen einer Katze fast genauso gut in der Dunkelheit zu sehen wie bei Helligkeit. Die Pupillen können sich bei Dunkelheit so stark weiten, dass auch das letzte bisschen Licht genutzt werden kann. Die schlitzförmige Pupille verrĂ€t es schon: Hauskatzen haben Multifokallinsen, die aus konzentrischen Ringen zusammengesetzt sind. Diese Zonen unterscheiden sich in ihrer Eiweißstruktur und damit in ihrer Brechkraft. Da jeder Ring fĂŒr einen anderen Farbbereich verwendet wird, kann die Linse verschiedenfarbiges Licht in einem Brennpunkt zusammenfĂŒhren. Das fĂŒhrt zu schĂ€rferem Sehen, vor allem bei weit geöffneter Pupille.

Zum exzellenten Nachtsehen trĂ€gt auch die vom Zweibeiner abweichende Rezeptorenverteilung auf der Netzhaut bei. StĂ€bchen und Zapfen sind bei Katzen ganz anders verteilt. Insgesamt haben Katzen sehr viel mehr StĂ€bchen, viel mehr davon als beim Menschen sind in der Netzhautperipherie zu finden, wodurch Katzen auch bei fast völliger Dunkelheit noch gut sehen. VerstĂ€rkt wird die gute Nachtsicht durch eine Schicht hinter der Netzhaut, die alles Licht reflektiert, und so noch einmal auf die abbildenden Schichten der Netzhaut treffen lĂ€sst. Diese „Tapetum lucidum“ genannte Schicht bewirkt auch, dass Katzenaugen bei Nacht aufleuchten, wenn Licht auf sie fĂ€llt.

Um sich umzuschauen, mĂŒssen Katzen ihren Kopf viel mehr bewegen als Menschen. Denn die Sichtachsen ihrer Augen sind parallel nach vorne ausgerichtet. Anders als wir können Katzen die AugĂ€pfel selbst kaum bewegen. Da Katzen weniger Zapfen auf der Netzhaut haben, die als Farbrezeptoren fungieren, können sie auch nicht alle Farben erkennen, sondern nur GrĂŒn, Gelb und Blau. Rot und Orange nehmen sie als abgestufte Grautöne wahr.


Katze OhrenDas Gehör der Hauskatzen

Das Gehör einer Katze ist ebenfalls sehr gut ausgeprĂ€gt, sie hören sogar besser als Hunde und die meisten anderen SĂ€ugetiere. Vor allem im hohen Frequenzbereich hören Katzen hervorragend. Zum Vergleich: Der Mensch kann schon GerĂ€usche ab 20 Hertz hören, die Katze hingegen erst ab etwa 45 Hertz. DafĂŒr hört der Mensch nur bis etwa 20 Kilohertz, wĂ€hrend die Katze noch bis zu 80 Kilohertz wahrnimmt. Helles MĂ€usepiepsen nimmt sie dadurch messerscharf wahr.

Auch die Anatomie der Katzen-Ohrmuschel ist genau auf das Jagdverhalten ausgerichtet und wirkt wie ein Schalltrichter. Selbst bei der LieblingsbeschĂ€ftigung Dösen reagieren Katzenohren auf GerĂ€usche und stellen die Ohrmuscheln in die Richtung der möglichen Beute. Auch beim Anschleichen helfen diese Schalltrichter-Ohren störende AußengerĂ€usche weitgehend auszuschalten.

 

Die Geschmacks- und Geruchssinne: Mehr als nur die Nase und Schnauze

Augen der KatzeNeben der empfindlichen Nase, mit der Beute gewittert wird, haben Katzen mit dem Jacobsonschen Organ ein Nebenorgan, ĂŒber das sie GerĂŒche auch durch die Mundhöhle wahrnehmen können. Das ist besonders in den ersten Lebenstagen wichtig, in denen ein noch blindes und taubes Katzenjunges die Zitze der Mutter durch den Geruch findet.


Katzen haben auch einen sehr ausgeprĂ€gten Geschmackssinn, der an die Lebensbedingungen als JĂ€ger und das Beuteschema angepasst ist. Katzen schmecken vor allem Saures, Bitteres und Salziges. SĂŒĂŸes, wie Wissenschaftler hingegen meinen, höchstwahrscheinlich eher nicht. Geschmacksknospen mit ihren GeschmackshĂ€rchen senden eine Art Futteranalyse ans Gehirn, wobei die Geschmacksknospen auf bestimmte Futterarten spezialisiert sind.

 

Die Katze: vom wilden JĂ€ger zum zahmen Stubentiger

Norwegische WaldkatzeSie sind aus unserem Leben kaum noch wegzudenken: Gemeint sind die schnurrenden Stubentiger, die uns begeistert begrĂŒĂŸen, wenn wir heimkommen. Schon seit Jahrtausenden sind Katzen Hausgenossen des Menschen. Doch eigentlich sind unsere anschmiegsamen Tiger Nachfahren der Wildkatzen. Der heutige Forschungsstand geht davon aus, dass von den Unterarten der Wildkatze (Felis silvestris) die afrikanische Falbkatze (Felis sylvestris lybica) die Urahnin unserer Hauskatze (Felis silvestris catus) ist.

Der Beginn der Domestizierung

Lange Zeit herrschte in der Wissenschaft die Meinung vor, die Domestizierung der Wildkatze habe vor etwa 3.000 Jahren in Ägypten begonnen. Als gesichert gilt aber inzwischen: Die Domestizierung begann schon lange vorher. Im „Fruchtbaren Halbmond“, dem heutigen Nahen Osten, lebten Mensch und Katze schon 3.000 Jahre v.Chr. friedlich zusammen.

Zahlreiche Knochenfunde deuten inzwischen darauf hin, dass Mensch und Katze schon viel frĂŒher nah beisammen wohnten. In Jericho wurden Felszeichnungen aus dem 6. und 5. Jahrtausend v. Chr. entdeckt, die mit Katzen spielende Frauen abbilden. Auf Zypern fand man sogar in einem fast 10.000 Jahre alten Grab einen Menschen gemeinsam mit einer Katze bestattet.

Doch eigentlich waren es ohnehin nicht die Menschen, die die Katzen domestizierten. Vielmehr domestizierten sich die Katzen anfangs selbst. In der NĂ€he der sesshaften Menschen fanden sie reichlich Beute, weshalb sie zunĂ€chst an den RĂ€ndern der Siedlungen lebten. Als die Menschen erkannten, dass Katzen nĂŒtzlich sind und ihnen MĂ€use und andere sich an den VorrĂ€ten und Feldern vergreifende SchĂ€dlinge wegfingen, wurde begonnen, die Wildkatzen nĂ€her an ihre Siedlungen zu ziehen. Mensch und Tier profitierten voneinander.

 

Der Beginn der Katzenzucht

Ziemlich sicher im weiteren Prozess der Domestizierung der Katzen ist der Beginn der Katzenzucht. Sie wird heute auf das mittlere Reich des alten Ägyptens datiert, also auf eine Zeit um 2.000 v. Chr.. Dort wurde damit begonnen, Katzen nicht nur wie bisher als Nutztiere zu halten, sondern sie gezielt zu zĂŒchten. Katzenbilder, GrĂ€ber von Jungkatzen sowie Katzen in den PharaonengrĂ€bern zeigen das. Zahlreiche Funde von mumifizierten Katzen belegen auch den damaligen Katzenkult um die Katzengöttin „Bastet“. Wer zu jener Zeit in Ägypten eine Katze tötete, hatte selbst sein Leben verwirkt. Auch Katzen außer Landes zu bringen war verboten.

Die heutigen Rassekatzen allerdings entstanden erst in den vergangenen 150 Jahren durch selektive Zuchtverfahren.

Die Verbreitung der domestizierten Katze

Erste ErwĂ€hnungen von Katzen als Haustiere fand man im antiken Griechenland etwa ab 450 v. Chr. und im Römischen Reich vor rund 2.000 Jahren. Aus dem damaligen Rom stammt auch die Bezeichnung „catta“. Es ist das erste Wort, das ausschließlich fĂŒr die Hauskatze benutzt wurde. Mitteleuropa jedoch erreichten die MĂ€usejĂ€ger erstmals in der Zeit der Karolinger um das 8. bis 10. Jahrhundert. Möglicherweise waren Katzen durch die arabischen VorstĂ¶ĂŸe bis in das Frankenreich hinein bei den Karolingern bekannt und beliebt geworden. Große Teile Mitteleuropas aber kannten Hauskatzen wohl erst etwa ab dem 14. Jahrhundert. Sie verbreiteten sich damals als Nutztiere, waren sie doch auch bewĂ€hrte RattenjĂ€ger. Denn gerade die Ratten schleppten in die immer grĂ¶ĂŸer werdenden Ansiedlungen viele Epidemien ein. Mit der Entdeckung der Neuen Welt und der zunehmenden Bedeutung des Seehandels erreichten die Hauskatzen im 17. Jahrhundert auch Nordamerika, denn jedes Schiff brauchte Schiffskatzen zum Schutz der VorrĂ€te.

 

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Zwar vermeiden die meisten Katzen den Autoverkehr, doch sie k\u00f6nnen die Geschwindigkeit eines fahrenden Autos nat\u00fcrlich nicht richtig einsch\u00e4tzen. Daneben stellen jedoch auch Pflanzenschutzmittel, die sich in M\u00e4usek\u00f6rpern anreichern k\u00f6nnen, Rattengifte, Hunde oder Tierf\u00e4nger eine Gefahr f\u00fcr die sozialen Beutegreifer dar. Sofern Sie es jedoch f\u00fcr einigerma\u00dfen vertretbar halten, Ihrem Liebling den beliebigen Ein- und Ausgang zu gew\u00e4hren, wird Ihre Katze es Ihnen danken, wenn Sie diesem Wunsch nachkommen. Wie Sie Freig\u00e4nger sch\u00fctzen k\u00f6nnenSofern Sie Ihrer Katze den Freigang erm\u00f6glich m\u00f6chten, aber bef\u00fcrchten, dass sie von Tierf\u00e4ngern abgefangen werden k\u00f6nnte, ist es ratsam, gewisse Vorsichtsma\u00dfnahmen zu ergreifen. So empfiehlt es sich, frei laufenden Katzen eine registrierte Nummer ins Ohr t\u00e4towieren, oder, um noch mehr Sicherheit zu haben, einen Mikrochip einsetzen zu lassen. Ist Ihr Sch\u00fctzling in einem zentralen Register erfasst, l\u00e4sst er sich nicht nur leichter aufsp\u00fcren, sondern wird auch f\u00fcr Tierh\u00e4ndler uninteressant, da sie registrierte Tiere nicht verkaufen k\u00f6nnen. Dar\u00fcber hinaus sind Impfungen gegen Infektionskrankheiten sowie regelm\u00e4\u00dfige Kontrollen auf Wurmbefall oder andere Parasiten bei Freig\u00e4ngern besonders wichtig. Das Leben als WohnungskatzeAuch wenn es durchaus gute Gr\u00fcnde gibt, eine Katze nicht im Freien herumlaufen zu lassen, liegt die Entscheidung, welche Haltungsart am besten f\u00fcr Ihre Mieze geeignet ist, letzten Endes bei Ihnen. Nat\u00fcrlich wird es die Lebensqualit\u00e4t Ihres Stubentigers enorm steigern, wenn Sie sich in der Wohnung um einen m\u00f6glichst artgerechten Lebensraum bem\u00fchen. 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Bei beiden betr\u00e4gt die Schulterh\u00f6he um die 35 Zentimeter.Ihr K\u00f6rperbau ist optimal an die Lebensbedingungen angepasst. Hauskatzen sind zwar J\u00e4ger, jagen ihre Beute aber ganz anders als etwa Gro\u00dfkatzen oder Hunde. Sie hetzen ihre Beute nicht \u00fcber l\u00e4ngere Strecken, sondern schleichen sich lautlos an. Ihre Ohren mit den Schalltrichtern machen sie zu aufmerksamen J\u00e4gern. Katzen brauchen keine gro\u00dfen Ausdauerf\u00e4higkeiten, sondern der letzte Sprung muss sitzen. Darauf ist der Bau der L\u00e4ufe ausgerichtet, die hohe Schnellkraft entwickeln m\u00fcssen.Ein Hieb mit der Katzenpranke und ihren dann ausgefahrenen, sichelartig zuschlagenden Krallen ist selbst f\u00fcr Menschen schmerzhaft. Beim Laufen sind die Krallen jedoch eingezogen, was durch elastische B\u00e4nder m\u00f6glich ist. Sie sind dann in Hauttaschen untergebracht. Setzt der Stubentiger jedoch zur Attacke an, schnellen die Krallen muskelgesteuert heraus. Hauskatzen bewegen sich als Zeheng\u00e4nger lautlos auf den weich gepolsterten Zehen und Ballen.Das Katzengebiss ist auf das Erbeuten von Nahrung ausgelegt. Mit kleinen Schneidez\u00e4hnen, kr\u00e4ftigen Backenz\u00e4hnen, mit denen abgebissen wird und den Fangz\u00e4hnen, mit denen die Beute gefasst und get\u00f6tet wird. Die Feinarbeit wird mit der rauen Zunge erledigt, mit denen die Katze das Fleisch vom Knochen rubbelt wie mit einer Feile. Die Zunge dient gleichzeitig auch zur Fellpflege.Fallen Katzen immer auf die Pfoten?Die Anatomie der Hauskatzen ist auf den schnellen Beutesprung und die pr\u00e4zise Landung spezialisiert. Daher ist der gesamte St\u00fctzapparat von der Wirbels\u00e4ule bis zum Sprunggelenk besonders flexibel und l\u00e4sst das Tier auch Spr\u00fcnge aus gr\u00f6\u00dferen H\u00f6hen unverletzt \u00fcberstehen. Vor allem im R\u00fcckenbereich und in den Pfoten ist der Muskelapparat stark ausgepr\u00e4gt. Der Schwanz ist ein wichtiges Element zum Steuern und zur Balance.Das ist die Voraussetzung daf\u00fcr, dass Katzen bei einem freien Fall immer auf den Pfoten landen. Die Fallh\u00f6he sollte jedoch weder zu niedrig noch zu hoch sein. Durch einen Reflex schaffen sie es in Sekundenbruchteilen, erst den Vorderk\u00f6rper und dann den hinteren Teil des K\u00f6rpers zum Boden auszurichten. Daf\u00fcr ziehen sie die Hinterbeine an und der Schwanz dreht als Ruder den ganzen hinteren K\u00f6rper. Dann macht sich Mieze mit einem Katzenbuckel bereit zum Abfedern und streckt die Beine nach unten aus. So landet die Katze auf allen Vieren und verletzt sich nur dann, wenn die Fallh\u00f6he zu gro\u00df ist, um den Aufprall abzufedern, oder zu klein, um die Drehung zu vollenden. Mieze beherrscht diese F\u00e4higkeit schon ab dem 39. Lebenstag.  Die Sinnesorgane der KatzenMillionen Katzen leben in unseren Haushalten und wir sehen sie gern so, als ob sie ihre Umwelt mit den gleichen Sinnen ganz \u00e4hnlich wahrnehmen wie wir. Katzen haben aber im Vergleich zu uns Menschen an ganz andere Lebensbedingungen angepasste Sinnesorgane. Der Tastsinn der KatzenKatzen haben einen sehr ausgepr\u00e4gten Tastsinn. Die Schnurrhaare (Vibrissen) an der Schnauze, die ein bisschen wie lange Barthaare aussehen, helfen Katzen Breitenverh\u00e4ltnisse richtig einzusch\u00e4tzen: Passen die Schnurrhaare durch eine enge Stelle, passt auch die ganze Katze hindurch. Sie helfen den Stubentigern vor allem dabei, sich bei Dunkelheit zu orientieren. Dazu verf\u00fcgen Katzen auch \u00fcber sehr sensible Tastrezeptoren in Form von Tasthaaren \u00fcber den Augen. Auch an den Vorderbeinen und Pfoten finden sich Tasthaare, die Katzen kleinste Ersch\u00fctterungen wahrnehmen lassen. Auch die Richtung, aus der die Vibrationen kommen, wird von der Katze so zuverl\u00e4ssig geortet. Mit diesen Tastorganen sind Katzen wie mit einem Radar ausgestattet und finden Beutetiere auch v\u00f6llig ohne Sicht. Die Augen der Katze \u2013 Sehen wie ein LuchsDas Katzen f\u00fcr viele Tierliebhaber so attraktiv macht sind die gro\u00dfen Augen dieser Tiere. Sie haben aber nicht nur eine besondere Ausstrahlung, sondern sind auch hoch entwickelt und perfekt auf das Leben einer Katze als D\u00e4mmerungsj\u00e4ger zugeschnitten. Dabei erm\u00f6glichen die Augen einer Katze fast genauso gut in der Dunkelheit zu sehen wie bei Helligkeit. Die Pupillen k\u00f6nnen sich bei Dunkelheit so stark weiten, dass auch das letzte bisschen Licht genutzt werden kann. Die schlitzf\u00f6rmige Pupille verr\u00e4t es schon: Hauskatzen haben Multifokallinsen, die aus konzentrischen Ringen zusammengesetzt sind. Diese Zonen unterscheiden sich in ihrer Eiwei\u00dfstruktur und damit in ihrer Brechkraft. Da jeder Ring f\u00fcr einen anderen Farbbereich verwendet wird, kann die Linse verschiedenfarbiges Licht in einem Brennpunkt zusammenf\u00fchren. Das f\u00fchrt zu sch\u00e4rferem Sehen, vor allem bei weit ge\u00f6ffneter Pupille.Zum exzellenten Nachtsehen tr\u00e4gt auch die vom Zweibeiner abweichende Rezeptorenverteilung auf der Netzhaut bei. St\u00e4bchen und Zapfen sind bei Katzen ganz anders verteilt. Insgesamt haben Katzen sehr viel mehr St\u00e4bchen, viel mehr davon als beim Menschen sind in der Netzhautperipherie zu finden, wodurch Katzen auch bei fast v\u00f6lliger Dunkelheit noch gut sehen. Verst\u00e4rkt wird die gute Nachtsicht durch eine Schicht hinter der Netzhaut, die alles Licht reflektiert, und so noch einmal auf die abbildenden Schichten der Netzhaut treffen l\u00e4sst. Diese \u201eTapetum lucidum\u201c genannte Schicht bewirkt auch, dass Katzenaugen bei Nacht aufleuchten, wenn Licht auf sie f\u00e4llt.Um sich umzuschauen, m\u00fcssen Katzen ihren Kopf viel mehr bewegen als Menschen. Denn die Sichtachsen ihrer Augen sind parallel nach vorne ausgerichtet. Anders als wir k\u00f6nnen Katzen die Aug\u00e4pfel selbst kaum bewegen. Da Katzen weniger Zapfen auf der Netzhaut haben, die als Farbrezeptoren fungieren, k\u00f6nnen sie auch nicht alle Farben erkennen, sondern nur Gr\u00fcn, Gelb und Blau. Rot und Orange nehmen sie als abgestufte Graut\u00f6ne wahr.Das Geh\u00f6r der HauskatzenDas Geh\u00f6r einer Katze ist ebenfalls sehr gut ausgepr\u00e4gt, sie h\u00f6ren sogar besser als Hunde und die meisten anderen S\u00e4ugetiere. Vor allem im hohen Frequenzbereich h\u00f6ren Katzen hervorragend. Zum Vergleich: Der Mensch kann schon Ger\u00e4usche ab 20 Hertz h\u00f6ren, die Katze hingegen erst ab etwa 45 Hertz. Daf\u00fcr h\u00f6rt der Mensch nur bis etwa 20 Kilohertz, w\u00e4hrend die Katze noch bis zu 80 Kilohertz wahrnimmt. Helles M\u00e4usepiepsen nimmt sie dadurch messerscharf wahr.Auch die Anatomie der Katzen-Ohrmuschel ist genau auf das Jagdverhalten ausgerichtet und wirkt wie ein Schalltrichter. Selbst bei der Lieblingsbesch\u00e4ftigung D\u00f6sen reagieren Katzenohren auf Ger\u00e4usche und stellen die Ohrmuscheln in die Richtung der m\u00f6glichen Beute. Auch beim Anschleichen helfen diese Schalltrichter-Ohren st\u00f6rende Au\u00dfenger\u00e4usche weitgehend auszuschalten. Die Geschmacks- und Geruchssinne: Mehr als nur die Nase und SchnauzeNeben der empfindlichen Nase, mit der Beute gewittert wird, haben Katzen mit dem Jacobsonschen Organ ein Nebenorgan, \u00fcber das sie Ger\u00fcche auch durch die Mundh\u00f6hle wahrnehmen k\u00f6nnen. Das ist besonders in den ersten Lebenstagen wichtig, in denen ein noch blindes und taubes Katzenjunges die Zitze der Mutter durch den Geruch findet.Katzen haben auch einen sehr ausgepr\u00e4gten Geschmackssinn, der an die Lebensbedingungen als J\u00e4ger und das Beuteschema angepasst ist. Katzen schmecken vor allem Saures, Bitteres und Salziges. S\u00fc\u00dfes, wie Wissenschaftler hingegen meinen, h\u00f6chstwahrscheinlich eher nicht. Geschmacksknospen mit ihren Geschmacksh\u00e4rchen senden eine Art Futteranalyse ans Gehirn, wobei die Geschmacksknospen auf bestimmte Futterarten spezialisiert sind. "}},{"@type":"Question","name":"Eine schwierige Entscheidung: Wohnungskatze oder Freig\u00e4nger?","answerCount":1,"acceptedAnswer":{"@type":"Answer","text":"Die Katze: vom wilden J\u00e4ger zum zahmen StubentigerSie sind aus unserem Leben kaum noch wegzudenken: Gemeint sind die schnurrenden Stubentiger, die uns begeistert begr\u00fc\u00dfen, wenn wir heimkommen. Schon seit Jahrtausenden sind Katzen Hausgenossen des Menschen. Doch eigentlich sind unsere anschmiegsamen Tiger Nachfahren der Wildkatzen. Der heutige Forschungsstand geht davon aus, dass von den Unterarten der Wildkatze (Felis silvestris) die afrikanische Falbkatze (Felis sylvestris lybica) die Urahnin unserer Hauskatze (Felis silvestris catus) ist.Der Beginn der DomestizierungLange Zeit herrschte in der Wissenschaft die Meinung vor, die Domestizierung der Wildkatze habe vor etwa 3.000 Jahren in \u00c4gypten begonnen. Als gesichert gilt aber inzwischen: Die Domestizierung begann schon lange vorher. Im \u201eFruchtbaren Halbmond\u201c, dem heutigen Nahen Osten, lebten Mensch und Katze schon 3.000 Jahre v.Chr. friedlich zusammen.Zahlreiche Knochenfunde deuten inzwischen darauf hin, dass Mensch und Katze schon viel fr\u00fcher nah beisammen wohnten. In Jericho wurden Felszeichnungen aus dem 6. und 5. Jahrtausend v. Chr. entdeckt, die mit Katzen spielende Frauen abbilden. Auf Zypern fand man sogar in einem fast 10.000 Jahre alten Grab einen Menschen gemeinsam mit einer Katze bestattet.Doch eigentlich waren es ohnehin nicht die Menschen, die die Katzen domestizierten. Vielmehr domestizierten sich die Katzen anfangs selbst. In der N\u00e4he der sesshaften Menschen fanden sie reichlich Beute, weshalb sie zun\u00e4chst an den R\u00e4ndern der Siedlungen lebten. Als die Menschen erkannten, dass Katzen n\u00fctzlich sind und ihnen M\u00e4use und andere sich an den Vorr\u00e4ten und Feldern vergreifende Sch\u00e4dlinge wegfingen, wurde begonnen, die Wildkatzen n\u00e4her an ihre Siedlungen zu ziehen. Mensch und Tier profitierten voneinander. Der Beginn der KatzenzuchtZiemlich sicher im weiteren Prozess der Domestizierung der Katzen ist der Beginn der Katzenzucht. Sie wird heute auf das mittlere Reich des alten \u00c4gyptens datiert, also auf eine Zeit um 2.000 v. Chr.. Dort wurde damit begonnen, Katzen nicht nur wie bisher als Nutztiere zu halten, sondern sie gezielt zu z\u00fcchten. Katzenbilder, Gr\u00e4ber von Jungkatzen sowie Katzen in den Pharaonengr\u00e4bern zeigen das. Zahlreiche Funde von mumifizierten Katzen belegen auch den damaligen Katzenkult um die Katzeng\u00f6ttin \u201eBastet\u201c. Wer zu jener Zeit in \u00c4gypten eine Katze t\u00f6tete, hatte selbst sein Leben verwirkt. Auch Katzen au\u00dfer Landes zu bringen war verboten.Die heutigen Rassekatzen allerdings entstanden erst in den vergangenen 150 Jahren durch selektive Zuchtverfahren.Die Verbreitung der domestizierten KatzeErste Erw\u00e4hnungen von Katzen als Haustiere fand man im antiken Griechenland etwa ab 450 v. Chr. und im R\u00f6mischen Reich vor rund 2.000 Jahren. Aus dem damaligen Rom stammt auch die Bezeichnung \u201ecatta\u201c. Es ist das erste Wort, das ausschlie\u00dflich f\u00fcr die Hauskatze benutzt wurde. Mitteleuropa jedoch erreichten die M\u00e4usej\u00e4ger erstmals in der Zeit der Karolinger um das 8. bis 10. Jahrhundert. M\u00f6glicherweise waren Katzen durch die arabischen Vorst\u00f6\u00dfe bis in das Frankenreich hinein bei den Karolingern bekannt und beliebt geworden. Gro\u00dfe Teile Mitteleuropas aber kannten Hauskatzen wohl erst etwa ab dem 14. Jahrhundert. Sie verbreiteten sich damals als Nutztiere, waren sie doch auch bew\u00e4hrte Rattenj\u00e4ger. Denn gerade die Ratten schleppten in die immer gr\u00f6\u00dfer werdenden Ansiedlungen viele Epidemien ein. Mit der Entdeckung der Neuen Welt und der zunehmenden Bedeutung des Seehandels erreichten die Hauskatzen im 17. Jahrhundert auch Nordamerika, denn jedes Schiff brauchte Schiffskatzen zum Schutz der Vorr\u00e4te. "}}] }