Die Grunderziehung des Hundes – Das große Hunde-ABC

Wenn der Hund allein zu Hause bleiben muss

Das Alleinbleiben ist für viele Hunde mit großem Stress verbunden, da sie nicht verstehen, warum „ihr“ Zweibeiner sie allein zu Hause zurücklässt. Hunde sollten so wenig wie möglich und niemals länger als fünf Stunden allein bleiben müssen. Für das Training geht der Hundehalter zunächst in einen anderen Raum. Klappt dies unproblematisch, kann die Tür geschlossen werden. Es ist durchaus möglich, dass diese Trennung bereits zu schwer für den Hund ist und er jault, jammert oder bellt. Hundehalter sollten ihren Schützling in dieser Situation nicht sich selbst überlassen oder schimpfen, sondern entsprechend einen Schritt zurückgehen.

Tipp: Hunde müssen lernen, was sie anstelle des unerwünschten Verhaltens tun sollen. Hierfür können Hundehalter den Vierbeiner z. B. ansprechen (s. „Schau“) – das lenkt ihn kurzzeitig ab; der Hund wird ruhig und erhält ein Leckerli für dieses erwünschte Verhalten.

Bleibt der Vierbeiner erst einmal entspannt in einem separaten Raum, verlässt der Hundehalter im nächsten Schritt die Wohnung – hier ist Geduld gefragt, denn das Training braucht Zeit. Nach und nach kann der Zeitraum der Trennung langsam ausgedehnt werden. Es empfiehlt sich, vorher mit dem Hund spazieren zu gehen, damit er müde ist und sich entspannen kann. Hundehalter können es ihrem Schützling gemütlich machen, ihm einen Kauknochen geben o. Ä. Es ist besonders hilfreich, vor dem Alleinbleiben-Training die sogenannte konditionierte Entspannung zu üben: Hierfür haben sich angenehme Düfte, ruhige Musik und Streicheleinheiten bewährt: Der Hund entspannt sich und schläft vielleicht sogar ein, während der Halter wiederholt das Signal (z. B. „Relax“) ausspricht. Es kann durchaus ein wenig dauern, die „Entspannung auf Abruf“ zu konditionieren, doch langfristig ist sie Gold wert, da sie in vielen Alltagssituationen dabei hilft, den Hund zu beruhigen – so auch beim Alleinbleiben.

„Schau“

Aufmerksamkeitstraining ist wichtig und macht Zwei- und Vierbeinern gleichermaßen Spaß. Hundehalter können hierfür den Hund rufen, ein Geräusch machen oder ein Signal wie „Schau her“ nutzen – wichtig ist nur, dass es sich von da an immer um das gleiche Signal handelt. Spricht der Halter es aus und der Hund schaut ihn an, bekommt er genau in diesem Moment ein Leckerli. Tipp: Regelmäßig üben – zunächst ohne Ablenkung, dann langsam steigern.

„Sitz“

Bei dieser leichten Übung, nimmt der Hundehalter ein Leckerli so in die Hand, dass der Zeigefinger erhoben ist (nicht drohend!) und zieht es direkt vor seiner Nase über den Kopf des Hundes. Der Vierbeiner wird sich wahrscheinlich hinsetzen – sobald er wie gewünscht sitzt, erhält er das Leckerli und viel Lob.

Der sichere Abruf

Das Herankommen ist wichtig und daher von Beginn an ins Training einzubeziehen. Es ist sinnvoll, Futter und Hörsignale zu verknüpfen: Erwartet der Hund voller Freude seine Mahlzeit, ruft der Hundehalter das Signal (z. B. „Hier“) – unterstützend kann er auch (mit oder ohne Hundepfeife) pfeifen. Sobald er angekommen ist, bekommt er Futter und viel Lob. Draußen erfolgt die Übung zunächst ohne Ablenkung: Hierfür hockt sich der Halter hin und ruft den Hund; eine einladende Geste mit den Armen kann als Unterstützung dienen. Kommt der Hund, folgt gleich wieder das Signalwort- und/oder Geräusch und bei Erfolg das überschwängliche Lob. Die Übung lässt sich im sicheren Gelände gut abwandeln, sodass Hundehalter beispielsweise vor dem Hund weglaufen oder sich hinter Bäumen verstecken und ihn rufen. Sinnvoll ist außerdem das Training mit der Schleppleine – hierfür empfiehlt sich die vorherige Einweisung durch einen seriösen Hundetrainer.

Stubenreinheit

Zieht ein Welpe oder ein Hund aus dem Tierschutz ein, so ist die Fellnase bei seiner Ankunft möglicherweise noch nicht stubenrein. Hunde lernen gewöhnlich schnell, wo sie ihr Geschäft erledigen können. Hierfür zeigen Hundehalter ihrem Schützling zunächst den Löseplatz, an dem er sein Geschäft erledigen kann, und loben ihn jedes Mal überschwänglich, wenn er draußen Kot oder Urin absetzt. Es kann sinnvoll sein, sich auch hierfür ein Signal zu überlegen, um den Hund später zum Lösen animieren zu können. Gerade Welpen können nicht lange halten, da Schließmuskel und Blase erst trainiert werden müssen. Daher ist es ist ratsam, anfangs etwa alle zwei Stunden vor die Tür zu gehen und die Abstände nach und nach zu verlängern. Zudem müssen Welpen meist, nachdem sie geschlafen, gegessen, gespielt oder etwas Spannendes erlebt haben.

Anzeichen für dringende Bedürfnisse erkennen:

Der Hund ...

  • schnüffelt am Boden (und dreht sich dabei vielleicht sogar im Kreis)
  • wirkt unruhig
  • läuft zur Tür
  • jault

Wenn es eilt, tragen Hundehalter den Kleinen am besten direkt zum Löseplatz. Passiert nichts, geht es zurück und beim nächsten Anzeichen wieder ab nach draußen – auch nachts. Dafür schläft der Welpe idealerweise neben dem Bett der Zweibeiner, da er seinen Schlafplatz nicht verunreinigen möchte und sich bemerkbar machen wird, wenn er muss. So können Hundehalter schnell reagieren und ein Missgeschick vermeiden. Passiert doch einmal ein Malheur, ist Strafe unangebracht – wird er z. B. mit der Nase hineingedrückt, macht er es künftig wahrscheinlich versteckt. Mit der Zeit wird der Vierbeiner eine Weile anhalten können und sich außerhalb der Wohnung lösen. Sogenannte Welpentoiletten vermitteln Hunden jedoch genau das Gegenteil und eignen sich daher nicht zum Lernen der Stubenreinheit.

Achtung: Ist der Hund plötzlich nicht mehr stubenrein, kann das auf einen Harnwegsinfekt hindeuten. Ein Tierarztbesuch schafft Klarheit.

Die Hundebox als Rückzugsort

Die Box ist nicht als Strafe oder Abstellmöglichkeit vorgesehen, sondern vielmehr als Ort, an den sich Hunde zurückziehen und wohlfühlen können. Daher ist es ratsam, dem Hund die Box stets zur Verfügung zu stellen, sodass er selbst entscheiden kann, wann er sich zurückziehen möchte. Doch auch die Box kann zunächst gefährlich auf den Vierbeiner wirken, daher ist eine behutsame Gewöhnung ratsam. Es ist hilfreich, sie mit Kissen, einer Decke und Spielzeug einzurichten; auch Wasser sollte stets in der Nähe sein. Nach einem Spaziergang – wenn der Hund müde ist – klappt das Boxentraining besser. Bleibt die Tür der Box stets offen und füttern Hundehalter ihn auch in der Box oder legen einen Kauknochen hinein, wird sich die Fellnase schnell daran gewöhnen und die Hundebox als sicheren Ort wahrnehmen. Nun kann die Tür der Box angelehnt werden, sobald der Hund entspannt ist oder sogar schläft – mit der Zeit können Hundehalter sie immer mal verschließen und die Zeiten nach und nach ausdehnen, damit er sich auch während der Fahrt zum Tierarzt oder in den Urlaub in der Hundebox entspannen kann.

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