Zecken bei Hund und Katze

Zecken bei Hund und Katze

Plagegeister, die kaum noch aus unserem Alltag wegzudenken sind. Ob im Wald, auf der Wiese oder am Lieblingsplatz im Grünen: Zecken sind allgegenwärtig. Vollständig vermeiden lassen sie sich kaum – deshalb sollte man sie keinesfalls unterschätzen oder ignorieren.

Denn unsere Vierbeiner können Zecken auch mit zu uns bringen. Beim engen Kontakt oder während gemeinsamer Kuschelzeiten ist es möglich, dass Zecken vom Tier auf den Menschen übergehen und auch uns stechen. Dabei können Krankheitserreger übertragen werden, die auch für uns Menschen schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben können.

Zecken gehören damit zu den relevanten Ektoparasiten bei Hund und Katze, denen aufgrund ihrer Rolle als Krankheitsüberträger eine besondere Bedeutung zukommt.

Umso wichtiger ist es, das von ihnen ausgehende Risiko richtig einzuordnen und geeignete Schutzmaßnahmen bewusst zu wählen.

Ein effektiver Zeckenschutz für den Vierbeiner ist daher immer auch ein Schutz für uns selbst – damit gemeinsamen Kuschelzeiten nichts im Wege steht.

Wichtige Zeckenarten und ihre Bedeutung

Nicht jede Zecke trägt Krankheitserreger in sich und führt zwangsläufig zu einer Infektion. Da jedoch nicht erkennbar ist, ob eine Zecke infiziert ist, lässt sich das individuelle Risiko im Einzelfall nicht zuverlässig einschätzen. Aus diesem Grund sollte jede Zecke als potenzieller Krankheitsüberträger betrachtet werden.

Die verschiedenen bakteriellen, viralen oder durch Einzeller (Protozoen) verursachten Erkrankungen sind keinesfalls zu unterschätzen und können ernsthafte gesundheitliche Folgen haben.

Zudem ist zu berücksichtigen, dass sich sowohl das Vorkommen als auch die Aktivitätszeiten von Zecken in den letzten Jahren verändert haben. Durch mildere Temperaturen und veränderte Umweltbedingungen sind Zecken heute vielerorts über einen deutlich längeren Zeitraum aktiv – teilweise nahezu ganzjährig. Gleichzeitig kommt es zu einer geografischen Verschiebung und Ausbreitung einzelner Arten, sodass auch in Regionen Risiken bestehen können, die früher als weniger betroffen galten.

Zu den wichtigsten Zeckenarten bei Hund und Katze zählen unter anderem:

  • Gemeiner Holzbock (Ixodes ricinus)
    Überträgt unter anderem Borreliose und Anaplasmose
  • Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus)
    Überträgt unter anderem Babesiose und Anaplasmose
  • Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus)
    Überträgt unter anderem Ehrlichiose und Babesiose

Katzen gelten insgesamt als weniger anfällig für viele zeckenübertragene Erkrankungen als Hunde. Dennoch sind insbesondere Freigängerkatzen einem Risiko ausgesetzt, sodass ein geeigneter Zeckenschutz auch bei ihnen angezeigt ist.

Wie Zecken auf den Wirt gelangen und wann Erreger übertragen werden

Entgegen einem weit verbreiteten Mythos lassen sich Zecken nicht von Bäumen auf ihre Wirte fallen oder springen diese an, sondern gelangen meist beim Vorbeistreifen durch Gräser, Sträucher oder niedriges Buschwerk auf das Tier. Anschließend wandern sie über die Haut, bis sie eine geeignete Stelle für den Stich gefunden haben.

Bevorzugt suchen Zecken Körperstellen auf, an denen sie leichter Zugang zur Haut haben, wie etwa im Kopfbereich, an den Ohren sowie in Achsel-, Anal- und Leistengegend.

Nach dem Stich saugt die Zecke über mehrere Stunden bis Tage Blut. Während dieses Zeitraums kann es zur Übertragung von Krankheitserregern kommen. Diese erfolgt häufig innerhalb von etwa 12 bis 24 Stunden nach Beginn des Saugakts, wobei dies je nach Erreger variieren kann.

Zeckenschutz: vorbeugen statt behandeln

Ein wirksamer Zeckenschutz ist ein zentraler Bestandteil der Gesundheitsvorsorge bei Hund und Katze. Dabei stehen verschiedene Präparate zur Verfügung, die sich grundsätzlich in zwei Wirkprinzipien einteilen lassen: repellierend (abwehrend) und abtötend (akarizid).

Zudem stehen verschiedene Darreichungsformen zur Verfügung, darunter Tabletten, Spot-ons (Lösungen zum Auftropfen auf die Haut) und Halsbänder, die sich unter anderem in ihrer Anwendung und Wirkungsdauer unterscheiden.

Bei der Auswahl des Präparats sollten insbesondere die Haltungsbedingungen und Lebensumstände des Tieres berücksichtigt werden. Regelmäßiger Wasserkontakt – etwa durch häufiges Schwimmen oder Baden – kann die Wirksamkeit bestimmter äußerlich angewendeter Präparate wie Spot-on-Lösungen oder Halsbänder beeinträchtigen.

Besondere Vorsicht ist in Haushalten mit Hunden und Katzen geboten: Bestimmte Wirkstoffe für Hunde, insbesondere aus der Gruppe der Pyrethroide (z. B. Permethrin), sind für Katzen hochgiftig und potenziell lebensgefährlich. Der Kontakt mit entsprechenden Hundepräparaten muss daher unbedingt vermieden werden.

Auch Kinder im Haushalt sollten berücksichtigt werden, da ein intensiver Kontakt mit dem Präparat vermieden werden sollte.

Welche Form des Schutzes im Einzelfall sinnvoll ist, sollte individuell entschieden werden. Die Auswahl eines geeigneten Präparats erfolgt idealerweise in Absprache mit der Tierärztin oder dem Tierarzt, da nicht jedes Mittel für jeden Lebensumstand gleichermaßen geeignet ist.

Für Tierhalter mit schwimmaffinen Hunden ist zudem zu beachten, dass einige Wirkstoffe für Wasserorganismen schädlich sein können. Entsprechende Hinweise sollten daher bei Wasserkontakt berücksichtigt werden.

Impfungen gegen Zeckenkrankheiten – sinnvoll?

Neben dem direkten Zeckenschutz stellt sich häufig die Frage nach Impfungen gegen durch Zecken übertragene Erkrankungen.

Für Hunde ist eine Impfung gegen Borreliose verfügbar. Nach den derzeitigen Empfehlungen der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) gehört diese jedoch nicht zu den Core-Impfungen, sondern kann im Einzelfall als ergänzende Maßnahme in Betracht gezogen werden. Dies sollte stets in enger Absprache mit der Tierärztin oder dem Tierarzt erfolgen.

Für Katzen stehen derzeit keine entsprechenden Impfungen zur Verfügung.

Unabhängig davon gilt: Impfungen können den Zeckenschutz nicht ersetzen.

Alternative Hausmittel

Immer wieder werden sogenannte „natürliche“ Alternativen wie Kokosöl, Bernsteinketten oder ätherische Öle als Zeckenschutz beworben. Für diese Methoden gilt jedoch: Hier ist Vorsicht geboten.

Eine zuverlässige wissenschaftliche Wirksamkeit ist bislang nicht belegt. Gerade im Hinblick auf mögliche, teils schwerwiegende Erkrankungen ist es wichtig, sich nicht ausschließlich auf solche Maßnahmen zu verlassen.

Von bestimmten Hausmitteln sollte vollständig abgesehen werden: Ätherische Öle wie Teebaumöl können insbesondere für Katzen hochtoxisch sein. Auch Lauchgewächse wie Knoblauch oder Zwiebeln enthalten Substanzen, die für Hund und Katze schädlich sind.

Verträglichkeit von Zeckenschutz – berechtigte Sorge oder unbegründete Angst?

Viele Tierhalter haben Bedenken, dass Zeckenschutzpräparate den Organismus ihres Tieres belasten könnten. Diese Sorge ist nachvollziehbar und sollte differenziert betrachtet werden.

Antiparasitika (Tierarzneimittel) werden vor ihrer Anwendung unter anderem auf ihre Sicherheit und Verträglichkeit geprüft. Vorsicht: für die frei verkäuflichen Mittel im Fachhandel trifft das nicht zu. Nebenwirkungen können – wie bei jedem Arzneimittel – auftreten, sind jedoch insgesamt selten und meist vorübergehend.

Dem gegenüber steht das Risiko durch Zecken übertragener Erkrankungen, die schwer verlaufen und langfristige gesundheitliche Folgen haben können. Durch einen wirksamen und möglichst konsequenten Zeckenschutz lässt sich dieses Risiko deutlich reduzieren.

Zecken im Alltag: vorbeugen und richtig handeln

Neben einem konsequenten Zeckenschutz können auch einfache Routinen im Alltag dazu beitragen, das Risiko zu reduzieren.

Dazu gehört insbesondere das regelmäßige Absuchen des Tieres nach Zecken – bei Hunden idealerweise nach jedem Spaziergang, bei Freigängerkatzen täglich. Wird eine Zecke entdeckt, sollte sie möglichst zeitnah entfernt werden. Hierfür sollten ausschließlich geeignete Hilfsmittel wie Zeckenzangen verwendet werden. Wichtig ist, die Zecke möglichst nah an der Haut zu greifen und gleichmäßig herauszuziehen, ohne sie zu quetschen.

Verbleiben Teile der Zecke in der Haut oder kommt es zu Rötungen, Schwellungen oder anderen Auffälligkeiten, sollte eine tierärztliche Abklärung erfolgen.

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