Das Mikrobiom bei Hund und Katze

Das Mikrobiom bei Hund und Katze

Die Gesamtheit aller Mikroorganismen des Darmes, das sogenannte „intestinale Mikrobiom“ spielt eine zentrale Rolle für die Gesundheit und das Wohlbefinden von Hunden und Katzen.

Beim Menschen steht diese Thematik schon länger im Fokus der Forschung. Vor einigen Jahren wurde erkannt, dass diese auch bei Hunden und Katzen von großer Bedeutung ist. Gerät dieses empfindliche System aus dem Gleichgewicht, kann das weitreichende Folgen haben und mit verschiedenen Erkrankungen in Zusammenhang stehen.

In diesem Artikel geben wir deshalb einen Überblick darüber

  • was das Mikrobiom ist
  • welche Aufgaben es erfüllt
  • wie ein Ungleichgewicht entstehen kann
  • wie Sie das Mikrobiom Ihres Tieres unterstützen können

Was ist das Mikrobiom?

Im Körper leben zahlreiche Bakterien, Viren, Pilze und Protozoen (Einzeller). Diese werden als Mikroben oder Mikroorganismen bezeichnet. Spricht man von der Gesamtheit aller Mikroorganismen in einem bestimmten Bereich im oder auf dem Körper, bezeichnet man diese als Mikrobiota. Sie kommen nicht nur im Darm vor, sondern beispielsweise auch in der Mundhöhle, im Urogenitaltrakt und in den Atemwegen. Im Darm unterscheiden sich diese Mikroorganismen je nach Darmabschnitt, da sie jeweils an die dort herrschenden Bedingungen angepasst sind. Bezieht man neben den Mikroorganismen auch ihre Gene, Stoffwechselprodukte sowie ihre Umgebung mit ein, spricht man vom Mikrobiom. Vereinfacht gesagt:

Die Mikrobiota sind die Bewohner – das Mikrobiom umfasst die Bewohner und alles, was mit ihnen zusammenhängt. Im Folgenden konzentrieren wir uns auf das Mikrobiom des Darms.

Entwicklung

Das Darmmikrobiom entwickelt sich im Laufe des Lebens und passt sich an verschiedene Einflüsse an. Bereits bei der Geburt beginnt die Besiedelung des Körpers. Über die Muttermilch sowie durch den Kontakt mit der Umgebung gelangen weitere Mikroorganismen in den Körper.

Mit der Umstellung auf feste Nahrung verändert sich die Zusammensetzung erneut und wird durch weitere Faktoren wie beispielsweise durch genetische Komponenten, die Fütterung und Medikamente beeinflusst. Dabei entsteht im Verlauf eine individuelle Zusammensetzung der Mikroorganismen.

Welche Aufgaben hat das Mikrobiom?

Die Mikroorganismen im Darm erfüllen zahlreiche und wichtige Funktionen im Körper. Darunter zählen unter anderem die Verdauung von Nahrung, die Beteiligung an der Synthese von Vitaminen (z.B. Vitamin B12), die Bildung verschiedener Stoffwechselprodukte (z.B. Fettsäuren), die Aufrechterhaltung und der Schutz der Darmbarriere, die Abwehr von krankheitsverursachenden Faktoren, sowie die Beeinflussung diverser Stoffwechselprozesse und des Immunsystems.

Unterschiede zwischen Hund und Katze

Die Zusammensetzung der Darmmikroorganismen unterscheidet sich bei Hund und Katze deutlich. Ein wichtiger Grund dafür sind ihre unterschiedlichen Ernährungsbedürfnisse. Katzen sind obligate Carnivoren, also reine Fleischfresser. Sie benötigen eine proteinreiche und kohlenhydratarme Ernährung, was sich auch in der Zusammensetzung ihrer Darmflora widerspiegelt. Hunde hingegen sind Omnivoren (Allesfresser). Ihr Verdauungssystem und die darin lebenden Mikroorganismen sind daher an eine vielseitigere Ernährung angepasst.

Einfluss der Ernährung

Die Ernährung hat einen entscheidenden Einfluss auf die Zusammensetzung der Darmflora. Denn das, was ein Tier frisst, beeinflusst auch die Mikroorganismen im Darm. Deshalb ist eine ausgewogene und artgerechte Fütterung besonders wichtig.

Ballaststoffe spielen hierbei eine wichtige Rolle. Genaueres dazu erfahren Sie in unserem Artikel über Ballaststoffe - https://www.fellicita.de/faq/schon-gewusst/ernaehrung/ballaststoffe-tierernaehrung. Ziel ist eine Fütterung, die auf die Bedürfnisse von Hund oder Katze abgestimmt ist und die Darmgesundheit unterstützt.

Was passiert bei einer Dysbiose?

Gerät das Gleichgewicht des Darmmikrobioms durcheinander, spricht man von einer Dysbiose. Diese kann beispielsweise durch chronische Darmerkrankungen, Futterumstellungen, Stress oder durch Medikamente wie Antibiotika ausgelöst werden. Dabei verschiebt sich das Verhältnis zwischen nützlichen und potenziell schädlichen Mikroorganismen.

Der Dysbiose-Index

Bei bestimmten Krankheitsbildern wird in der tierärztlichen Praxis zunehmend der sogenannte Dysbiose-Index aus einer Kotprobe bestimmt. Dabei wird das Vorhandensein spezieller, ausgewählter Bakterien untersucht. Die Ergebnisse werden zu einer Kennzahl zusammengefasst, die eine Einschätzung über die aktuell vorherrschende Zusammensetzung der Darmflora ermöglicht.

Wichtig ist jedoch, dass dieser Wert immer im Zusammenhang mit den Symptomen des Tieres und weiteren Untersuchungsergebnissen betrachtet werden sollte.

Was kann man dagegen tun?

Zunächst ist es entscheidend, die Ursache des Ungleichgewichts zu finden, um anschließend geeignete Therapiemaßnahmen einleiten zu können. Da eine Dysbiose häufig die Folge eines anderen Problems ist, sollte sie immer im Rahmen einer umfassenden tierärztlichen Untersuchung beurteilt werden. Mögliche Therapiemaßnahmen sind beispielsweise diätetische Anpassungen der Fütterung sowie der Einsatz von Präbiotika, Probiotika oder deren Kombination (Synbiotika). Die genaue Erläuterung der Begriffe finden Sie hier: https://www.fellicita.de/faq/schon-gewusst/ernaehrung/ballaststoffe-tierernaehrung.

In bestimmten Fällen kann auch eine fäkale Mikrobiota-Transplantation (FMT) durchgeführt werden. Dabei wird aufbereiteter Kot eines geeigneten Spendertieres entweder oral über Kapseln verabreicht oder direkt über eine Sonde in den Darm eingebracht. Dies klingt zunächst ungewöhnlich, ist jedoch ein inzwischen etabliertes Verfahren. Mit entsprechender Vorbereitung, Ruhe und Geduld kann die Behandlung meist ohne Sedation durchgeführt werden und wird in der Regel gut von den Tieren toleriert.

Wie kann ich das Mikrobiom meines Tieres unterstützen?

Eine ausgewogene und artgerechte Ernährung unterstützt das natürliche Gleichgewicht der Darmmikroorganismen. Außerdem sollten Medikamente, wie Antibiotika, nur bei klarer medizinischer Indikation eingesetzt werden, da sie die Zusammensetzung des Mikrobioms deutlich beeinflussen können.

Quellen:

https://www.hillspet.de/pet-care/nutrition-feeding/what-is-pet-microbiome
https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/abstract/10.1055/s-0043-107905
https://laboklin.de/de/chronische-durchfaelle-flatulenzen-und-rezidivierende-parasitosen-stoerungen-des-darmmikrobioms-bei-hund-und-katze
https://laboklin.de/wp-content/uploads/2021/02/LA_Ma%CC%88rz_2020_DE_FINAL.pdf
https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/abstract/10.1055/a-1351-8353
https://academy.royalcanin.com/de/veterinary/canine-microbiome-dysbiosis

jQuery(document).ready(function() { PlentyFramework.setGlobal( 'PageDesign', "Checkout" ); PlentyFramework.setGlobal( 'LoginSessionExpiration', 60 * 60 * 1000 ); // 1 hour PlentyFramework.setGlobal( 'TimeoutItemToBasketOverlay', 15000 ); PlentyFramework.setGlobal( 'Checkout.AtrigaShowValidationError', true ); PlentyFramework.setGlobal( 'Checkout.AtrigaRequireUserConfirmation', false ); });