Kaninchen zähmen und zutraulich machen

Ein Freund, ein guter Freund - wie Sie Ihr Kaninchen kennen lernen und zahm und zutraulich machen

Immer noch spukt in vielen Köpfen herum, ein Kaninchen würde zutraulicher und zahmer, wenn man es allein hielte. Das wird es eventuell auch, allerdings nicht, weil es den Menschen so gern mag, sondern weil es einsam und verzweifelt auf der Suche nach Gesellschaft ist. Kümmern Sie sich vier Stunden am Tag um Ihr Haustier – und so viel Zeit verwenden die wenigsten – ist es immer noch 20 Stunden allein und verlassen. Und das möchten Sie Ihrem kleinen Gefährten wohl kaum antun, oder? Stattdessen gibt es einige Tipps und Tricks, um Ihren Vierbeiner ohne Zwang zutraulich zu machen.

Zahm und zutraulich ohne Zwang

Kaninchen Nachwuchs

Ein Kaninchen muss gerade als kleiner Zwerg gute Erfahrungen mit dem Menschen gemacht haben, neugierig und selbstbewusst in die Welt hineinblicken und Zuversicht besitzen. Dazu ist eine behütete, aber reizvolle Kindheit mit dem Schutz und der Erziehung der Mutter im Kreise der Geschwister nötig, außerdem ein Züchter oder Halter, der seinen Babies von Anfang an einen angenehmen, nicht zwanghaften Umgang mit dem Menschen beschert. Bevor ein Kaninchen zahm wird, muss es glücklich sein. Und das ist es vor allem ungestört in Kaninchengesellschaft. Stellen Sie Ihre Ansprüche also zunächst ein wenig zurück und achten Sie auf die Ihres pelzigen Freundes.

In den ersten Tagen wird der kleine Hoppler schwer damit beschäftigt sein, seine Umgebung, sein neues Zuhause und seine Mitbewohner zu erkunden. Starten Sie in dieser Zeit noch keine überstürzten Annäherungsversuche – Hochnehmen, Festhalten, Jagen, das alles kann die zarte Vertrauensbasis, die sich aufbauen muss, für lange Zeit zerstören. Lassen Sie es zwei Tage in Ruhe sein Umfeld kennenlernen. Sie sind nur dafür zuständig, Futter und Wasser zu kontrollieren und sich aus der Ferne an ihren neuen Mitbewohnern zu erfreuen.

Dem Kaninchen keinen Unterschlupf zu gewähren, bis es sich an Sie gewöhnt hat, ist ein oft gehörter Tipp, jedoch bestimmt kein allzu hilfreicher. Ihr Vierbeiner wird so die ersten Tage als stressig und angstvoll erleben, und sich nur noch dankbarer verstecken, wenn sie ihm später ein Häuschen anbieten. Stattdessen ist es von Anfang an mutiger und forscher, wenn es weiß, dass es sich jederzeit zurückziehen kann.

Behutsame Annäherung an das Kaninchen

Kaninchen ZutraulichNach der Eingewöhnungsphase setzen Sie sich ruhig neben den Käfig oder das Gehege, beobachten Sie Ihre Kaninchen und reden Sie leise mit ihnen. Wenn Ihnen der Gesprächsstoff ausgeht – lesen Sie ihm mit ruhiger Stimme etwas vor. So lernen Sie die Gewohnheiten der Vierbeiner kennen, können die Persönlichkeit besser einschätzen, wissen, was es gerne frisst, wie es sich mit anderen verhält. Und Ihre Kleinen merken, dass dieser monströse Zweibeiner ihnen gar nichts tut und die Laute, die er von sich gibt, einem keine Angst machen müssen.

Halten Sie dann vorsichtig – ohne heftige, schnelle Bewegungen – die geschlossene Hand ins Gehege. Irgendwann wird die natürliche Neugier des Kaninchens siegen, es wird Sie beäugen und beschnuppern. Hat es sich an Ihren Geruch und Ihre Anwesenheit gewöhnt, können Sie auch schon versuchen, ihm ein wenig Futter anzubieten, zum Beispiel eine Möhre oder ein anderes langes Gewächs, an dem es knabbern kann. Liebe geht bekanntlich durch den Magen. Ihr kleiner Freund darf ruhig gesunde, schmackhafte Leckereien mit Ihnen verbinden. Ist nun genug Vertrauen gefasst, kann man das Kaninchen an eine zweite Hand in der Nähe gewöhnen und es mit dieser leicht berühren – allerdings nie von oben oder so, dass das es Ihre Hand nicht sehen kann.

Das alles geht natürlich nicht in Minuten, im Gegenteil. Das Zauberwort heißt „Geduld“. Solch ein Training kann Wochen und Monate dauern. Manche Kaninchen werden nur schwer zahm, genau wie es schüchterne und aufgeschlossene Menschen gibt. Haben Sie Nachsicht und erwarten Sie nicht zu viel. Ein Kaninchen ist kein Kuscheltier, Spielgefährte oder Partnerersatz. Kinder sollten bei jedem Kontakt mit dem Kaninchen mit Anleitung und Beobachtung begleitet werden.

Der richtige Umgang mit dem Kaninchen

Kaninchen Zutraulichkeit

Auf den Arm genommen werden die meisten Kaninchen nicht so gern. Sie sind Fluchttiere und können schnell panisch werden, wenn ihnen die Möglichkeit des Fortkommens genommen wird. Deshalb gerade am Anfang vermeiden, das Kaninchen zu packen und herumzutragen, stattdessen lieber behutsam im Sitzen kraulen und streicheln. Wenn es trotzdem sein muss, sollte Ihr Kaninchen immer so abgestützt werden, dass es „Boden unter den Füßen“ hat, also ein Arm die Hinterläufe trägt und der Körper seitlich durch Ihren und die andere Hand gestützt wird.

Kaninchen hochnehmen und hochheben

Hochheben und hochnehmen will gelernt sein, nehmen Sie sich zur Gewöhnung also einige Tage Zeit. Der erste Schritt ist, dass Ihr Kaninchen sich ein wenig unter dem Bauch anfassen, eventuell sogar kraulen lässt. Danach kann man vorsichtig den Druck der Hand erhöhen, später den Körper um einige Millimeter, dann ein bis zwei Zentimeter anheben. Bleibt das Tier ruhig, können Sie die andere Hand unter das Hinterteil schieben und es behutsam hochnehmen. Auch hier absolut wichtig: Keinen Zwang ausüben! Wenn das Kaninchen nicht mehr mag, lassen Sie es in Ruhe.

Freiwillig und fröhlich zu einem zahmen und zutraulichen Kaninchen

Auslauf in der gesamten Wohnung oder im Garten ist nicht empfehlenswert, bevor Ihr Kaninchen nicht zahm ist. Sonst kommt es nämlich zu wilden Verfolgungsjagden, sobald es zurück in den Käfig muss, was Ihren schreckhaften Vierbeiner traumatisieren kann. Feste Fütterungszeiten können helfen, Ihren Hoppler beizeiten wieder ins Gehege zu locken.

Die erste Zeit ist prägend und besonders wichtig für die Beziehung zwischen Mensch und Kaninchen. Lernt der kleine Vierbeiner erst einmal, dass Menschen ihm nichts Gutes wollen und es die beste Idee ist, sich im Haus zu verkriechen, muss später noch mehr Geduld für die Zähmung aufgebracht werden. Doch die Mühe lohnt sich, wenn man einen Freund gewinnen will.


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