Hops und Hopsa. Die Vergesellschaftung des Kaninchens

Kaninchen zwei die sich verstehen

Ein Kaninchen soll Ihren Haushalt bereichern? Aber nur eins? Oder zwei? Oder gleich ein ganzes Rudel? Hops und Hopsa? Oder zwei Hopse? Nein, zwei Hopsas? Was verträgt sich am besten, wer versteht sich mit wem, was muss man beachten? Wir haben ein paar wissenswerte Fakten zum Thema Vergesellschaftung zusammengestellt.

Wie im Punkt Sozialverhalten erläutert, ist die Einzelhaltung von Kaninchen keine Option für einen verantwortungsbewussten Halter. Sie sollten sich also zumindest ein Pärchen ins Haus holen, um Ihren pelzigen Mitbewohner gesund und glücklich zu machen und lange Freude an ihm zu haben. Die drei wichtigsten Kriterien sind Geschlecht, Charakter und Alter.

 

Von Machos und Zicken

Natürlich müssen die Tiere, egal welchen Geschlechts, charakterlich zusammenpassen. Bei sehr jungen Tieren ist das meist recht schwer auszumachen, denn Eigenheiten, Sym- und Antipathien entwickeln sich erst mit zunehmendem Alter. Da erwachsene Kaninchen sich aber schwer aneinander gewöhnen lassen, ist auch das kein Patentrezept.

Sie sehen, eine Vergesellschaftung sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen. Hier also ein paar wertvolle Tipps: Das harmonischste Zusammenleben entsteht in der Regel zwischen einem kastrierten Männchen und einem Weibchen. Achten Sie darauf, dass die Kastration vor der zehnten bis zwölften Woche durchgeführt wird, denn sonst haben sie es bald mit einer ganzen Kaninchenhorde zu tun. Auch gleichgeschlechtliche Partnerschaften sind – unter bestimmten Voraussetzungen – denkbar, aber etwas komplizierter.

Eines sollte dem Halter klar sein: Durch Vergesellschaftung desselben Geschlechts umgeht man keine Kastration. Männchen sollten wegen ständiger Rangkämpfe, Weibchen aus medizinischen Gründen (sie neigen ohne Kastration zu Tumorbildungen) der Operation unterzogen werden. Die höchste Wahrscheinlichkeit, dass zwei Rammler oder Häsinnen sich untereinander verstehen, ist bei Kandidaten aus dem gleichen Wurf gegeben. Häsinnen sind übrigens oft noch territorialer veranlagt und aggressiver gegen Artgenossen und Menschen als ihre männlichen Pendants.

Neue nicht erwünscht

Je größer die Gruppe, desto schwieriger die Vergesellschaftung. Man muss in einem solchen Fall häufig damit rechnen, dass man die Tiere schließlich in Kleingruppen aufteilen muss. Zu einer bestehenden Gruppe neue Kaninchen hinzuzusetzen – vor allem wenn sich bereits ein Pärchen gebildet hat, und beispielsweise ein Weibchen dazukommen soll –, ist meist sehr problematisch. Auch hier gilt: Ausnahmen bestätigen die Regel.

Sehr junge und sehr alte Tiere sollten allerdings nicht zusammen gehalten werden, hier prallen unterschiedlichste Bedürfnisse aufeinander. Ebenso sind zwei sehr dominante Tiere eine unvorteilhafte Kombination. Eins vorweg: Auch nach Jahren des friedlichen Zusammenlebens können Kaninchen sich plötzlich untereinander nicht mehr verstehen oder erneut Rangordnungskämpfe aufkommen. Das geschieht vor allem dann, wenn eines der Tiere bei der Vergesellschaftung noch nicht ausgewachsen war.

Wilde Vergesellschaftung

Besonders wichtig bei der Zusammenführung von Kaninchengruppen oder -pärchen sind die ersten Tage. Hier muss der Halter sehr überlegt vorgehen. Gleich zu Anfang sei bemerkt, dass die weit verbreitete Annahme, man können Kaninchen durch nebeneinanderstehende Käfige aneinander gewöhnen, schlichtweg falsch ist. Die beiden Fellnasen bauen allein durch den Geruch eines Eindringlings im Revier einen hohen Aggressionspegel auf, der sich dann bei der wahren Begegnung entlädt.

Stattdessen heißt es: Unbekanntes Terrain suchen, langsam, behutsam und geduldig sein. Sie brauchen einen Raum, den beide Tiere noch nicht als ihr Revier ansehen – beispielsweise den Flur oder das Bad – von mindestens sechs Quadratmetern. Den statten Sie mit Futter, Heu und genügend Versteckmöglichkeiten aus, damit sich die Kaninchen im Ernstfall aus dem Weg gehen können. Diese Unterschlüpfe sollten immer über einen Ein- und einen Ausgang auf verschiedenen Seiten verfügen. Nun müssen Sie sich einige Tage Zeit nehmen (Urlaub oder ein freies Wochenende sind angeraten) um dem Kennenlernen ihrer pelzigen Freunde beizuwohnen. Haben Sie alles vorbereitet, setzen Sie die Tiere gleichzeitig in den Kennenlernraum.

Freunde fürs Leben

Im Idealfall lieben sich die beiden auf den ersten Blick und beginnen sich zu putzen und abzulecken. Im Normalfall wird allerdings zu allererst die Rangordnung geklärt. Dass es dabei wild zugehen kann und mitunter auch Fell fliegt, ist nicht beunruhigend. Sie sollten erst eingreifen, wenn ernsthafte Verletzungen drohen oder die beiden Hitzköpfe sich ineinander verbeißen. Solange es zu Kämpfen und Jagereien kommt, dürfen die Tiere nicht zusammen in ein kleineres Gehege gesetzt werden. Warten Sie, bis mindestens einen Tag Ruhe eingekehrt ist. Fressen und schlafen die Tiere mehr als zwölf Stunden in Frieden miteinander, können Sie es endlich wagen. Erst nach einigen Tagen sollte dann der Käfig folgen. Die Geduld zahlt sich aus. Mit etwas Glück haben sich Freunde fürs Leben gefunden.


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