Putzige Nesthocker, viel Verantwortung - die Fortpflanzung von Kaninchen

Wissenswertes zum Fortpflanzungsverhalten der Kaninchen

Fortpflanzung KaninchenKaninchen an sich sind ja schon putzig. Kaninchenbabies aber sind superputzig. Aus kleinen Knopfaugen werden jedoch ehe man sich versieht ausgewachsene Häsinnen und Rammler – reicht dafür der Platz? Außerdem sind „Wohnzimmerzuchten“ ganz und gar nicht ungefährlich. Hier ein paar Infos, für alle, die mit dem Gedanken an Nachwuchs spielen oder sich für die Fortpflanzung von Kaninchen interessieren.

Entscheidung mit Risiken

Unerfahrenen Kaninchenbesitzern ist von der Verpaarung Ihrer Lieblinge dringend abzuraten. Nicht nur, dass Sie Ihre Häsin während der Tragezeit und der Geburt verlieren können. Auch der Nachwuchs kann bei unüberlegten Zuchten mit Fehlbildungen und Krankheiten auf die Welt kommen, wenn er überhaupt überlebt. Sind trotz allem Mutter, Vater und Kind wohlauf, stellt sich die nächste Frage: Wohin mit den Kleinen? Ewig bleiben Sie nämlich nicht so groß wie eine Handfläche. Die Tierheime sind oft überfüllt, Zoohandlungen überfordert. Sie sollten sich sicher sein, dass Sie alle Tiere längere Zeit tiergerecht unterbringen und in wirklich gute Hände abgeben können. Überlegen Sie es sich also gut, ob ihr Wunsch wirklich in die Tat umzusetzen ist, und fragen Sie auf jeden Fall bei erfahrenen Kaninchenhaltern oder Züchtern nach.

Bevor man sich zur Verpaarung entschließt, sollte gesichert sein, dass die zukünftigen Eltern kräftig und gesund sind, keine Krankheiten oder zum Beispiel Zahnfehlstellungen vererben sowie Inzucht ausgeschlossen ist. Wann die Kaninchen nun geschlechtsreif werden, hängt stark von Rasse und Größe der Tiere ab. Kleine Rassen können schon mit etwa zwölf Wochen, größere erst mit zwölf Monaten zum ersten Mal gedeckt werden. Im Großen und Ganzen überschneidet sich das Fortpflanzungsverhalten der Tiere natürlich, die Zahlen allerdings können variieren. Da Zwergkaninchen am häufigsten in deutschen Wohnzimmern anzutreffen sind, beschränken wir uns hier auf diese beliebten Käfigbewohner.

Der richtige Zeitpunkt für die Fortpflanzung

Kaninchen Rammeln

Die „Zuchtreife“ von Häsinnen liegt – anders als die Geschlechtsreife, die wie erwähnt bei zehn bis zwölf Wochen anzusetzen ist – bei zirka acht Monaten. Zuchtreif bedeutet, dass die Häsin in diesem Alter erst soweit ausgewachsen ist, dass Trächtigkeit und Geburt kein erhöhtes Risiko darstellen. Rammler sind mit zirka acht bis neun Monaten zuchtreif. Mit 24 Monaten wird eine Häsin langsam zu alt für eine erste Befruchtung, dann kann es vermehrt zu Fehlgeburten und anderen Problemen kommen.

Paart sich ein Kaninchenpärchen, kommt es durch den mechanischen Reiz einige Stunden nach dem Akt zum Eisprung – ob die Häsin schwanger wird, ist also nicht abhängig von Brunstperioden. Die Trächtigkeit der Häsin dauert in der Regel zirka 29-31 Tage, wonach sie zwischen ein und zwölf, meist fünf oder sechs, Junge zur Welt bringt. Dass eine Häsin Babies erwartet, erkennt der Halter oft erst in den letzten Zügen der Schwangerschaft: Sie wird ruhiger – manchmal auch aggressiver –, frisst mehr, baut sorgfältig ein Nest. Kurz vor der Geburt rupft sie sich das Bauchfell aus uns polstert damit die Wurfstätte. Die Anzahl der möglichen Würfe pro Jahr liegt zwischen sechs und zehn. Kurze Zeit (Stunden bis Tage) nach der Geburt kann ein Kaninchenweibchen schon wieder gedeckt werden.

Trächtigkeit und Geburt bei Kaninchen

kleine Baby KaninchenWährend der Tragzeit gilt: Die Häsin braucht viel Platz, am besten ein Gehege von mindestens vier Quadratmetern. Kein unkastrierter Rammler darf sich, allein schon wegen der Gefahr des Nachdeckens, im Gehege befinden, kastrierte Rammler nur bei ausreichend Platz und Versteckmöglichkeiten und wenn sie friedlich sind. Stress wie Umzüge oder Gruppenwechsel sind zu vermeiden. Die Häsin hat einen erhöhten Nährstoff- und Vitaminbedarf und sollte entsprechend abwechslungsreich gefüttert werden. Sie braucht nun eine große Wurfkiste mit oben abnehmbarem Deckel und ausreichend Nistmaterial wie Heu oder Stroh.

Die Geburt schafft die Häsin in der Regel allein. Sie nabelt die Kleinen ab und beginnt, sie zu lecken, um sie zu säubern, anzuregen und eine Bindung zu ihnen herzustellen. Klappt das nicht, unbedingt fachmännische Hilfe holen! Kontrollieren Sie einige Stunden nach der Geburt die Wurfkiste, entfernen Sie Totgeburten und allzu verdrecktes Streu. Kaninchennachwuchs ist blind und beinahe nackt. Die Babies bleiben im Nest, bis sie groß genug sind, um auf eigenen Beinen zu stehen – sind also so genannte „Nesthocker“.

Aufzucht der Kaninchen-Jungen

Kaninchen NachwuchsKaninchenmütter säugen ihre Jungen recht selten, oft nur einmal am Tag in den Morgenstunden. Danach wird den Kleinen der Bauch geleckt, um die Verdauung zu fördern und Kot aufzunehmen. Sorgen Sie sich nicht, wenn die Mutter häufig das Nest verlässt, auch in der freien Natur wird nicht permanent „gebrütet“. Außerdem braucht die Häsin Auszeiten, um fressen zu können und zu Kräften zu kommen. Liegen die Jungen allerdings ungeschützt da, kühlen aus und werden nicht gesäugt, hat die Mutter keinen Bezug zu ihnen. Nun sollten die Jungen per Hand aufgezogen werden. Eine heikle Angelegenheit, die einen Laien sicher überfordert. Bei Nachwuchs von mehr als sechs Jungen kann die Mutter auch mit der Versorgung überfordert sein und benötigt eventuell Unterstützung in Form von Zufütterung der Kleinen.

Nach einer erfolgreichen Geburt beginnt die spannende Entwicklung der Kleinen: Sie öffnen nach und nach die Augen, bekommen Fell, verlassen nach etwa zwei Wochen das Nest, werden aber von der Mutter wieder zurückgetragen, weil sie die Körpertemperatur noch nicht halten können. Erst ab der dritten und vierten Woche machen sie kleinere Ausflüge und testen schon einmal festes Futter, dann wird abgestillt. Ab der sechsten bis achten Lebenswoche sind aus den Kindern schon Teenager geworden. Sie brauchen dennoch Kontakt zu erwachsenen Tieren, um ein gesundes Sozialverhalten zu entwickeln. Mit zehn bis zwölf Wochen dann sollte man Männlein und Weiblein trennen. Nun können die Jungspunde auch beruhigt in gute Hände abgegeben werden. Ein aufregendes neues Leben beginnt.

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