That’s what friends are for. Die Vergesellschaftung des Meerschweinchens

 

Vergesellschaftung von MeerschweinchenEin Meerschwein ist kein Meerschwein. Die kleinen Nager sind absolut gesellige Tiere, ihr Sozialverhalten ist sehr komplex, sogar überlebenswichtig in freier Wildbahn. Und gerade im Käfig, der den Kleinen nur wenige Reize bietet, müssen Artgenossen zum Bespaßen, Toben und Wohlfühlen her. Aber wie sieht die ideale Meerschweinchengruppe aus? Und wie gewöhnt man die neuen Mitbewohner aneinander?

 

Gemischtes Rudel?

Ideal ist ein Rudel mit einem kastrierten Bock und mehreren Weibchen, wie es auch in der freien Wildbahn vorkommt. Die Weibchen verstehen sich – anders als zum Beispiel bei Kaninchen – in der Regel gut miteinander, ein Männchen bringt noch einmal etwas Ruhe in die Gruppe. Die älteren Tiere werden meist als ranghöhere Mitglieder der Sippe akzeptiert, weshalb auch die Vergesellschaftung von weiblichen Meerschweinchen unterschiedlichen Alters kaum ein Problem darstellt. Zu große Altersunterschiede sollten dennoch nicht herrschen – ein ruhiger Greis wird von einem hyperaktiven Jungspund schnell gestresst, der Halbwüchsige könnte sich dagegen in einer Altengruppe langweilen.

 

Wie erwähnt, sind reine Frauengruppen meist sehr verträglich. Böcke können miteinander schon etwas rauer umgehen. Gerade im Flegelalter unter einem Jahr muss man mit wilden Rangstreitigkeiten rechnen. Generell gilt: Auch eine reine Bockgruppe sollte bevorzugt aus kastrierten Tieren bestehen, so minimiert sich der hormonelle Stress. Geschwister sind außerdem harmonischer als nicht verwandte Tiere. Die Haltung solcher männlichen Rudel ist dennoch anspruchsvoll und kompliziert, weshalb sie ausschließlich erfahrenen Meerschweinchenhaltern mit viel Platz zu empfehlen ist. Nur sie können die Gruppe ideal zusammenstellen, Notfälle erkennen und geschickt eingreifen.

 

Die Zusammenführung

Haben Sie ihre Wunschgruppe gefunden, steht die aufregende Vergesellschaftung an. Sie sollte auf neutralem Terrain stattfinden, an einem Ort, den keines der Meerschweinchen als sein Revier ansieht. Hierzu kann der Flur, das Badezimmer oder ein extra eingerichtetes Gehege dienen. Denken Sie allerdings daran: Die Prozedur kann einige Tage dauern! Richten Sie die Arena mit einigen Unterschlupfmöglichkeiten (Pappkartons mit mehreren Ein- und Ausgängen sind ideal) ein, geben Sie den Tieren etwas Heu, Frischfutter und Wasser in den Käfig. Heu zu mümmeln lenkt ab und dient als Übersprungshandlung bei der ganzen Aufregung.

 

Nun wird es spannend. Sobald die Tiere im Gehege sind, werden sie sich zur Kenntnis nehmen, beschnuppern und anfangen, die Rangordnung zu klären. Das kann sich in gegenseitigem Besteigen, aber auch in Jagen und Kämpfen mit Zwicken und Knabbern äußern. Greifen Sie bei diesen Streitigkeiten nicht ein! Die Tiere danach wieder zusammenzusetzen, erzeugt nur noch mehr Angst und Aggression. Ein Abbruch sollte demnach endgültig sein und nur dann erfolgen, wenn die Streithähne sich ineinander verbeißen und schwerere Verletzungen drohen.

Nach einigen Stunden sollte Ruhe einkehren, nach einem bis zwei Tagen leben die neuen Mitbewohner dann schon in Friede und Eintracht miteinander. Dann dürfen die Kleinen auch schon gemeinsam in den – vorher gereinigten und umgestalteten – Käfig. Wie heißt es so schön? Glück ist das einzige, das sich vermehrt, wenn man es teilt. Ihre Nager werden Ihnen die neue Gesellschaft danken.


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